Nährstoffgehalt und Futterbewertung
Gehalt an Protein, Fett, Kohlenhydraten und Kalorien und ihre Bedeutung für die Qualität
von Dosen- und Trockenfuttern sowie weiteren Futter- und Nahrungsmitteln
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Stand Februar 2004 - alle Angaben ohne Gewähr !

Inhalt:
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Nährstoffgehalt und Qualität
Die Bedeutung der Nährstoffe für die Futterbewertung
Nährstoffbedarf der Katze
Faustzahlen für den Bedarf an Protein, Fett, Energie und Wasser
Bewertung der Futterzusammensetzung
Hinweise zur Beurteilung von Analysedaten
Maßstab für die Bewertung
Hinweise zur Datenberechnung
und zur Verwendung der Tabellen
Quellenangaben
und zugehörige Links
Nährwert-Tabellen
Vergleich der Nährstoffgehalte von Dosen- und Trockenfuttern sowie weiteren Futter- und Nahrungsmitteln
Der Futterrechner
berechnet Kaloriengehalt und NfE aus den Analysedaten eines Katzenfutters
Zusammensetzung
der Futterarten
Zeichenerklärung
Nassfutter
- NaFu Adult Dose
- NaFu Adult Schälchen
- NaFu Adult Beutel
- NaFu Kitten
- NaFu Light
- NaFu Senior
Trockenfutter
- TroFu Adult
- TroFu Kitten
- TroFu Light
- TroFu Senior

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Verschiedene Futter- und Nahrungsmittel

Nährstoffgehalt und Qualität

Ich habe hier versucht, die Nährstoff-Zusammensetzung von Dosen- und Trockenfuttern zu berechnen, zu vergleichen und zu bewerten. Eine Beurteilung von Futter- und Nahrungsmitteln allein anhand von Analysedaten liefert aber kein vollständiges Bild. Die Gehalte an Protein, Fett und Kohlenhydraten (= NfE) sagen noch nichts über die Verdaulichkeit oder Qualität dieser Nährstoffe aus. Darüber hinaus kann auch ein Futter mit gutem Nährstoffgehalt erhebliche sonstige Mängel aufweisen, wie etwa eine Unter- oder Überdosierung von Vitaminen und Mineralstoffen oder den Gehalt an gesundheitlich bedenklichen Zusatzstoffen. Diese Kriterien konnte ich hier nicht berücksichtigen.

Zu Verdaulichkeit und Qualität der Grundnährstoffe möchte ich allerdings noch ein paar Bemerkungen machen.

Proteine können völlig unverdaulich sein, wie etwa die Keratine, aus denen Haare, Federn und Horn aufgebaut sind. Auch die Kollagene, die die Gerüstsubstanz von Knochen und Bindegewebe bilden, sind weitgehend unverdaulich. Pflanzliche Proteine können oftmals nicht verdaut werden, wenn sie in intakten Pflanzenzellen eingeschlossen sind, da die Zellwände aus unverdaulicher Cellulose und Lignin bestehen.

Die Qualität von Proteinen wird durch ihren Gehalt an essentiellen Aminosäuren und deren Verhältnis untereinander bestimmt. Allgemein weisen pflanzliche Proteine ein ungünstigeres Aminosäuren-Muster auf als tierische, wobei die Proteine aus Hülsenfrüchten (Erbsen, Linsen, Bohnen) und das Maisprotein die Schlußlichter bilden. Das Protein mit der geringsten biologischen Wertigkeit ist allerdings ein tierisches: Die Gelatine. Besonders in Dosenfuttern mit Sauce oder Gelee ist sie reichlich zu finden. Aber auch hochwertige Proteine verlieren durch Erhitzung an Qualität, da sich die essentiellen Aminosäuren z.T. mit anderen Inhaltstoffen - aber auch untereinander - verbinden und dann nicht mehr verdaulich bzw. verfügbar sind.

Dazu 2 Beispiele:

Federmehl (Tabelle TierFu) hat einen sehr hohen Proteingehalt von ca. 90% in der Trockensubstanz, allerdings besteht dieses fast ausschließlich aus unverdaulichem Keratin. Um es trotzdem in der Tierernährung einsetzen zu können wird es hydrolysiert, d.h. es wird 90 Minuten lang unter Druck mit Wasserdampf auf 140°C erhitzt. Dadurch erreicht man eine Verdaulichkeit von 70-75%, allerdings werden bei dieser Behandlung zum großen Teil die enthaltenen essentiellen Aminosäuren zerstört, die biologische Wertigkeit dieses Proteins ist schlechter als die von Maiskleber. Auf der Zutatenliste mancher Trockenfutter findet man solche Dinge wie hydrolysierte Geflügelproteine oder auch Geflügelproteinhydrolysat. Ich habe den Verdacht, daß es sich dabei um hydrolysiertes Federmehl (oder zumindest um Geflügelmehl mit hohem Federanteil) handelt, ich wüßte nicht welche Geflügelproteine man sonst hydrolysieren müßte.

Das Trockenfutter Whiskas adult (Tabelle TroFu (A)) hat im Vergeich zu den meisten anderen Trockenfuttern einen bemerkenswert hohen Proteingehalt von fast 40% in der Trockensubstanz. Dazu liest man unter Zusammensetzung: pflanzliche Eiweißextrakte, Getreide, min. 2% der jeweiligen Fleischsorten, Öle und Fette, Mineralstoffe, Milch und Molkereierzeugnisse. Man muß also davon ausgehen, daß es sich hier überwiegend um pflanzliche Proteine (Sojaeiweiß) handelt, die eine entsprechend schlechtere Verdaulichkeit und biologische Wertigkeit aufweisen.

Fette haben fast immer eine hohe Verdaulichkeit, allerdings gibt es auch hier erhebliche Unterschiede in der Qualität. Hochwertige Fette enthalten einen hohen Anteil an essentiellen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die vor allem für die Gesunderhaltung der Haut von Bedeutung sind. Reich an essentiellen Fettsäuren sind die Geflügelfette, Fischöle und hochwertige Speiseöle wie Distelöl, Leinsamenöl oder Sonnenblumenöl. Diese Fette sind aber auch leichter verderblich, die ungesättigten Fettsäuren oxidieren an der Luft - das Fett wird ranzig. Dieser Prozeß wird durch erhöhte Temperaturen und Lichteinwirkung beschleunigt.

Probleme mit Fettverderb treten vor allem bei Trockenfutter auf, da es der Luft (und teilweise auch dem Licht) eher ausgesetzt ist als Dosenfutter. Um dies zu verhindern werden die Fette in Trockenfutter mit Antioxidantien haltbar gemacht. Es gibt natürliche Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E oder Zitronensäure, meist werden aber zusätzlich noch chemische Stoffe (Ethoxyquin, BHT) zugesetzt. Manche Trockenfutter werden auch noch mit Konservierungsstoffen gegen mikrobielle Zersetzung geschützt.

Kohlenhydrate (oder genauer stickstoff-freie Extraktstoffe = N-freie Extraktstoffe = NfE) bestehen in erster Linie aus Stärke und Zuckern und sind meist gut verdaulich, da sie durch die Hitzeeinwirkung bei der Herstellung von Dosen- und Trockenfuttern aufgeschlossen werden. Unterschiede in der Verdaulichkeit ergeben sich vor allem durch unterschiedliche Gehalte an Cellulose, Hemicellulose, Pektinen und Lignin, die kaum verdaulich sind und eigentlich in die Fraktion der Rohfaser gehören. Teile dieser Stoffe (vor allem das völlig unverdauliche Lignin) haben aber keine Faserstruktur und werden daher bei der Rohfaser-Bestimmung nicht erfaßt.

Kohlenhydrate sind reine Energielieferanten, die keine essentiellen Bausteine enthalten. Ein Bedarf an Kohlenhydraten ist für die Katze nicht nachgewiesen, im Prinzip ist es möglich eine Katze völlig ohne Kohlenhydrate zu ernähren. Folgenden Satz fand ich im Kapitel Katzenernährung der Webite www.mypetstop.de (Whiskas-gesponsort): Allerdings stellen Kohlehydrate eine gute Kalorienquelle dar und sind deshalb ein wichtiger Bestandteil in vielen Katzennahrungssorten. Ich würde nur ein Wort in diesem Satz ändern wollen: Allerdings stellen Kohlehydrate eine billige Kalorienquelle dar und sind deshalb ein wichtiger Bestandteil in vielen Katzennahrungssorten.

Da Kohlenhydrate in der natürlichen Nahrung einer Katze kaum zu finden sind, ist ihr Stoffwechsel nicht auf die Verarbeitung größerer Mengen eingerichtet. Überschüsse, die die Kapazität übersteigen, werden daher als Zucker über den Urin ausgeschieden oder in Fett umgewandelt und abgelagert. Die ständige Überlastung des Kohlenhydrat-Stoffwechsels kann mit der Zeit zu Problemen mit der Bauchspeicheldrüse und zu Diabetes führen. Außerdem sind Zucker und an den Zähnen haftende Stärkereste eine der Hauptursachen für Zahnbeläge, Zahnsteinbildung, Karies und weitere damit verbundene Zahnprobleme. In neueren Untersuchungen von japanischen Forschern wurde festgestellt, daß die Zugabe von Stärke zum Katzenfutter - auch Nassfutter - die Bildung von Struvitkristallen im Urin fördert. (Quelle - in Englisch)

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Nährstoffbedarf der Katze

Hier einige Faustzahlen für den Nährstoffbedarf der Katze. Diese Zahlen sind als Anhaltspunkte zu verstehen und nicht als absolute Werte. Der Bedarf kann von Tier zu Tier individuell stark schwanken.

Mindestbedarf an Protein und Fett in % der Futter-Trockensubstanz (nach AAFCO-Standard)

 
Erhaltung Wachstum &
Fortpflanzung
Achtung: Hierbei handelt es sich um den Mindest-Bedarf, unterhalb dem (individuell unterschiedlich) mit ernsthaften Mangelerscheinungen oder Erkrankungen zu rechnen ist. Dies ist nicht zu verwechseln mit dem Protein- oder Fettgehalt, der für eine optimale Entwicklung erforderlich ist.
Protein 26% 30%
Fett 9% 9%


Energiebedarf ausgewachsener Katzen in kcal/kg Körpergewicht am Tag

geringe Aktivität mittlere Aktivität hohe Aktivität säugende Mutterkatze
60 kcal/kg 70 kcal/kg 80 kcal/kg 120-180 kcal/kg


Wasserbedarf

Der Wasserbedarf der Katze wird in der Literatur teilweise in Abhängigkeit vom Körpergewicht und teilweise in Abhängigkeit von der aufgenommenen Futter-Trockensubstanz angegeben. Tatsächlich haben beide Faktoren Einfluß auf den Wasserbedarf, außerdem aber auch die Außentemperatur, die Aktivität, der Ernährungs- und Gesundheitszustand und weitere Lebensumstände. So hat z.B. eine Katze, die abnehmen soll, einen erhöhten Wasserbedarf, da für die Mobilisierung von Körperfett Wasser benötigt wird.

Unter durchschnittlichen Bedingungen kann man davon ausgehen, daß der Wasserbedarf ungefähr der 3fachen Menge der aufgenommenen Futter-Trockensubstanz entspricht. Eine Katze, die 50g Futter-Trockensubstanz frißt, muß dazu also etwa 150g (=ml) Wasser aufnehmen. Oder anders ausgedrückt: Ein Futter mit ca. 75% Wassergehalt kann gleichzeitig komplett den Wasserbedarf einer Katze decken.

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Bewertung der Futterzusammensetzung

Um eine Bewertung der Analysedaten eines Katzenfutters vorzunehmen, sollte man diese mit den Analysedaten der natürlichen Nahrung einer Katze (also eines kleinen Beutetieres wie z.B. einer Maus) vergleichen. Ein solches Beutetier besteht zu etwa 70% aus Wasser. In der Trockensubstanz wird man ca. 60% Protein, 20-30% Fett, 5-10% Rohasche und max. 5-10% Kohlenhydrate (NfE) und Fasern vorfinden (unter Berücksichtigung des Magen- und Darminhalts, der nicht immer mit gefressen wird). So ähnlich sollte ein gutes Katzenfutter auch zusammengesetzt sein.

Laut AAFCO (Association of American Feed Control Officals) liegt der Mindest-Erhaltungsbedarf einer Katze bei 26% Protein und 9% Fett in der Trockensubstanz, unter der Voraussetzung guter Verdaulichkeit und guter Verfügbarkeit aller essentiellen Aminosäuren und Fettsäuren. Der Mindestbedarf für Wachstum und Fortpflanzung wird mit 30% Protein in der Trockensubstanz angegeben. Diese Grenzen sollten auf keinen Fall unterschritten werden. Teilweise werden aber auch Futter, die diese Mindestwerte erfüllen oder geringfügig überschreiten, den Bedarf nicht mehr decken, da sie die dafür notwendige Verdaulichkeit und Verfügbarkeit der Nährstoffe nicht erreichen.

Im Kapitel Nährstoffgehalt und Qualität habe ich zwei Beispiele dafür aufgeführt, daß sich auch hinter guten Analysedaten qualitativ minderwertige Futter verbergen können. Im umgekehrten Fall nützen aber auch die besten Zutaten nichts, wenn die Nährstoff-Zusammensetzung des Futters nicht den Ernährungs-Bedürfnissen einer Katze entspricht. Ein Beispiel dafür sind einige Dosenfutter von Vivaldi (Tabelle NaFu (A)). Der Hersteller wirbt damit, daß er nur Fleisch und Gemüse in Bio-Lebensmittelqualität von österreichischen Bergbauern verwendet. Die Analyse des Futters liest sich dann so (in der Trockensubstanz):

Vivaldi Wild: Protein 32,07%, Fett 19,02%, NfE 39,67%
oder
Vivaldi Geflügel: Protein 31,43%, Fett 33,93%, NfE 30,00%

Nach Herstellerangaben enthält das Futter je nach Sorte 25-50% Fleisch, der Rest (nämlich 50-75%) besteht aus Gemüse und Reis. Daraus läßt sich schließen, daß bis zu einem Drittel des dürftigen Proteingehalts (der im Bereich von proteinreduzierter Nierenschonkost liegt) aus dem Gemüse stammt. Das mag ein sehr hochwertiges Schweinefutter sein, vielleicht wäre es auch noch für Hunde geeignet - für Katzen meiner Meinung nach nicht.

Als Maßstab für die Beurteilung eines Katzenfutters habe ich für mich folgende Eckdaten festgelegt (Werte beziehen sich auf die Trockensubstanz):

Protein min. 50% je mehr desto besser
Fett ca. 20-30% starke Abweichungen nach oben oder unten sind unerwünscht
(außer bei Futter zur Gewichtsreduktion)
NfE max. 15% je weniger desto besser
Energie 4000-4500 kcal/kg starke Abweichungen nach oben oder unten sind unerwünscht
(außer bei Futter zur Gewichtsreduktion)

Kitten-Futter sollten vom Proteingehalt etwas höher liegen und vom Fettgehalt im oberen Bereich. Bei Light-Futtern sollte der Fettgehalt auf 10-15% reduziert sein und ggf. der Rohfaser-Anteil (unverdauliche Ballaststoffe) erhöht. Senior-Futter sind meiner Meinung nach völlig überflüssig - in der Natur gibt es auch keine speziellen Mäuse für Katzen ab 7. Die lange Zeit verbreitete Annahme, daß ältere Katzen zur Schonung der Nieren weniger Protein bekommen sollten, hat sich in wissenschaftlichen Untersuchungen nicht bestätigt.

Soweit meine Vorstellungen - die Realität sieht oft anders aus.

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www.kretakatzen.de 23.05.2004 Top